Rückblick

Auf den Spuren Karls IV.

Anstelle des Herbstausflugs in die Weingegend besuchten wir die Ausstellung über

Kaiser Karl IV. im Germanischen Nationalmuseum.

In zwei Gruppen ging es, mit Kopfhörern ausgestattet, durch die interessante Ausstellung von der Geburt bis zum Tod Kaiser Karls IV.

Kaiser Karl IV wurde am 14. Mai 1316 in Prag geboren und auf den Namen Wenzel getauft. Karls erste Lebensjahre waren von einer langjährigen Hungersnot geprägt, die weite Teile Europas betraf. Wegen elterlicher Zwistigkeiten und aus Sicherheitsgründen kam der 7jährige Prinz an den Hof des französischen Königs Karl IV, dem Schönen, der mit Karls Tante Maria verheiratet war. Bei seiner Firmung  nahm er den Namen seines Paten Karl an. In Paris besuchte er die Universität und als Karls Vater Johann starb wurde er König von Böhmen und Deutschland.

Karl war eine wichtige Figur in der Politik seiner Zeit. Als Gegenkönig zu Ludwig des Bayern gewann er den Kampf um die römisch-deutsche Krone. 1355 wurde er zum Kaiser des Heiligen Römischen Reichs gekrönt.

Gerne hielt er sich in seiner Stadt Prag auf und baute sie zu einer mächtigen Stadt aus. Er mußte sein Land vor Feinden schützen und neues Land gewinnen, aber nicht durch Krieg, sondern durch geschicktes Verhandeln, Kauf und Tausch. Durch erhebliche Geldsummen erkaufte er sich die Zustimmung der Kurfürsten zu seiner Politik. Bei seinen vier Ehen und  der Verheiratung seiner Kinder stand die Steigerung des Wohlstands im Vordergrund. Die Mitgift der Wittelsbacherin Anna von der Pfalz bildete die Grundlage für die Entstehung „Neuböhmens“ in der Oberpfalz. Nürnberg, die vornehmste und bestgelegenste Stadt des Reiches liebte er sehr und besuchte sie über 50 Mal. Meist wohnte er bei reichen Kaufleuten,  da die Burg viel zu kalt war. 

Karl war ein hochgebildeter Kaiser und umgab sich stets mit gelehrten Persönlichkeiten. In Wort und Schrift beherrschte er fünf Sprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch, Latein und Tschechisch). Karl war aber auch ein sehr frommer Kaiser, glaubte fest an die Heilskraft der Reliquien, die er eifrig sammelte. Auf der Burg Karlstein wurden1356 in der Heiligkreuzkapelle die Reichskleinodien mit dem Reliquienschatz des Königreichs Böhmen verwahrt. Mit der Goldenen Bulle, die er 1356 in Nürnberg und Metz verkünden ließ, schuf Karl bis zum Untergang des Heiligen Römischen Reichs im Jahr 1806 ein gültiges Fundament der Gesetzgebung. Am 29.11.1378 starb der große Kaiser in Prag.

Es waren wundervolle, sehr wertvolle Stücke zu sehen, die uns dem Wirken Karls IV. näher brachten. 

Nach dieser lehrreichen und interessanten Ausstellung gab es noch ein geselliges Beisammensein im Restaurant Steichele, um uns noch über das Gesehene auszutauschen.

 

Wöhrder Kärwa

Bei herrlichem Wetter begann am 19.August mit den Böllerschützen die beliebte Wöhrder Kirchweih. Den Bieranstich erledigte souverän  Pfarrer Ostermayer mit zwei Schlägen.

Neben etlichen Buden, Karussell und Trampolin gab es reichlich zu Essen und Trinken und fetzige Musik. Die „Störzelbacher One & six“ spielte kräftig auf und es wurde geschunkelt, getanzt und laut gesungen. Mit verschiedenen Musikkapellen ging es dann weiter bis zum Dienstag. Wie in jedem Jahr wurden wieder die Senioren des nahen Sebastianspitals am Montagnachmittag mit Bewirtung und Musik erfreut. Am Dienstagabend gab es zum Abschluß ein wundervolles See-Feuerwerk 

Es waren also wieder fünf herrliche Tage auf dieser schönen Kirchweih zu genießen.

Am Kärwa-Samstag fand durch den Vorstadtverein der Rundgang „Die untergegangene

Vorstadt“ mit Daniel Gürtler statt.  Am Marktplatz wurden wir in die Geschichte der Vorstadt eingeweiht. Urkundlich erwähnt wurde Wöhrd erstmalig 1273, dürfte aber schon vorher bestanden haben. Durch die günstige Lage an der Pegnitz konnte die Wasserkraft schon frühzeitig genutzt werden. Von Kriegen wurde die Vorstadt nicht verschont und brannte dreimal ab. Erstmalig während des Städtekriegs des Schwäbischen Bundes 1388  dann 1552 im zweiten Markgrafenkrieg und in der verheerenden Bombennacht im 2.Weltkrieg am 10./11.August 1943. Mit dem Bau der ersten  Bartholomäuskirche wurde 1396 begonnen,  nach dem Brand 1552 auf dem alten Grundriß wieder erstellt. Nach der Zerstörung 1943 dann wieder 1956 aufgebaut. Erhalten blieben bei der letzten Vernichtung nur Reste des Chores. Im heutigen Gemeindehaus befand sich einst die „Kleinkinderbewahr- Anstalt“. Durch die Industrialisierung waren die Kleinsten auf sich gestellt und Pfarrer Lösch setzte sich mit dem Bau dieses Hauses für Sie ein. Vorbei an den zwei ältesten Gebäuden in Wöhrd, die Rahm 3 und 5, zwei kleine Häuschen, die dringend saniert werden müßten, ging es zum Abschluß in den Cramer-Klett-Park. Dieser setzte sich aus mehreren ehemaligen Privatgärten zusammen. Die beiden größten waren der Tuchergarten und der Garten des Cramer-Klett-Palais. 1928 kaufte die Stadt diese beiden Gärten und wollte eine Stadthalle errichten. Durch die Weltwirtschaftskrise 1929 wurde dieser Plan verhindert und die Gärten für die Öffentlichkeit geöffnet. 1950 wurden diese beiden Gärten dann zu dem Cramer-Klett-Park vereinigt. Nur noch der Apollotempel erinnert an diese Zeit.

Auch die Bartholomäuskirche beteiligte sich am Samstag mit einem Friedhofsrundgang bei Kaffee und Küchla.  Mit der Besichtigung des Friedhofswärterhäuschens konnte der Beginn der Sanierung begutachtet werden. Unterstützt werden soll diese durch den Verkauf von kleinen, gelben Gießkannen als Spendenbeitrag. Daneben gab es auch die Einweihung des neuen Grabfeldes, den „Psalmenweg“. Weiter ging es zum Grabfeld „Himmelsleiter“, der Pfarrersgruft, und zu den Gräbern von Koch, Schwemmer und Crämer. Ein vielfältiges Programm war dann der Sonntag mit Friedhofs- und Hauptgottesdienst, Verkauf von Kaffee und Kuchen neben dem Festzelt, Kirchenführung und zum Abschluß das Konzert in der Kirche. Das wundervolle Violinkonzert mit seinem perfekt abgestimmten Programm war ein Genuss für die Ohren.

Frühjahrsausflug am 4. Juni 2016 in die Staufer-Pfalz

Einen erlebnisreichen Tag verbrachte der Vorstadtverein Wöhrd bei seinem Frühjahrsausflug in die Staufer Pfalz. Mit dem Bus ging es über die Autobahn, mit einer Brezenpause an der Raststätte Hohenlohe, zunächst zum Salzbergwerk in Bad Friedrichshall. Die Besichtigung des Salzbergwerkes begann mit der Fahrt im  Förderkorb zu den 200 Meter tiefen Salzkammern. Es war beeindruckend  aber vor allem eng. Die Geschichte des Salzes begann bereits vor rund zweihundert Millionen Jahren. Damals  war das Gebiet um Bad Friedrichshall Teil eines gewaltigen Binnen-Flachmeeres, das an einen tiefen Ozean angrenzte. Von hier strömte Salzwasser in dieses abflusslose Binnenmeer. Nachdem der Zufluß versiegte, verdunstete das Wasser und im Laufe der Zeit lagerten sich die Salzkristalle am Grund des Meeres ab. 1816 wurde in 150 m Tiefe erstmals in Mitteleuropa ein festes Steinsalzlager angebohrt. Durch den Abbau des Salzes entstanden riesige Kammern von 14 bis 15 Meter Breite und etwa 10 m Höhe. Zwischen den einzelnen Abbaukammern blieben Salzpfeiler, in 15 bis 18 Meter Breite als „Sicherheits-Stützen“ stehen. In den unterschiedlichen Kammern erfuhren wir viel über die Geschichte, den Abbau und die Verwendung des Salzes. Salz gilt mit Recht als „Produkt der 10.000 Anwendungsmöglichkeiten“ und auch der Satz „ohne Salz kein Leben“ wurde an Hand der Ausstellung bewiesen. Am Ende der Führung gab es für Wagemutige noch eine 40 m lange Rutsche und ging es mit dem Förderkorb wieder hinauf.

Nun  ging es zum 5 km entfernten Bad Wimpfen. Nach unserer Mittagsrast im Gasthaus „Hohenstaufenpfalz“ begann die Stadtführung im historischen Gewand.

Bad Wimpfen geht zurück auf ein  römisches Kastell aus dem 1. Jahrhundert. Nach den Kelten und der Übernahme durch die Alemannen wurde die Stadt Anfang des 6. Jh. fränkisches Königsgut und kam schließlich als Schenkung an die Bischöfe von Worms. Kaiser Otto I. stellte 965 eine Urkunde aus, in welcher er den Bischofssitz in Worms mit seinen Kirchen in des Reiches Schutz nimmt. Durch die Besuche der Kaiser und Könige gewann Wimpfen bald an Bedeutung. Kaiser Friedrich Barbarossa hielt sein Hoflager im Februar 1182 und ließ die Marktstadt zur trutzig-wehrhaften Pfalz ausbauen. König Friedrich VII, ein Urenkel Barbarossas weilte von 1224 bis 1235 elfmal in Wimpfen. Als Geschenk erhielt die Stadt den 3000 Morgen großen Forstwald bei Wollenberg. Kurze Zeit nach der Fertigstellung der Kaiserpfalz am Ende der Stauferzeit hatte Wimpfen seine Reichsunmittelbarkeit erlangt. Im Jahre 1250 tritt zum ersten Mal das Siegel in Erscheinung, ein Adler mit einem Schlüssel im Schnabel. Im 30jährigen Krieg wurde das einst blühende Wimpfen zerstört und von der stolzen Stadt überlebten nur etwa 300 Einwohner.

Es ging zum Spitalhof und zum Badhaus  mit dem reizvollen Treppenvorbau. An der Außenseite der gedeckten Altane sprudelt eine klare Quelle hervor und über einem Fenster ist die Jahreszahl 1534  angebracht. In der Mittelalterlichen Badstube aus dem 14. Jh. wurde gebadet, geschröpft und zur Ader gelassen. Der Grundstein für das Dominikaner Kloster und

Kirche dürfte 1264 gelegt worden. Da diese dem Bettelorden angehörten, durfte aus Sparsamkeitsgründen nur ein Dachreiter aufgesetzt werden. Daneben ist eines der markantesten Fachwerkhäuser mit  der Jahreszahl 1451, das Stadthaus der Herren von Ehrenberg, zu sehen. Weiter ging es an einem hübschen geschmückten Innenhof vorbei zum Burgviertel. Ein imposantes Bild bietet die Stadtkirche mit den beiden Türmen mit dem festgeschlossenen streng gotischen Chor. Beim Eintritt in die Kirche fällt zunächst die Weiträumigkeit dieser Hallenkirche auf. Die Decke ist nicht spitzbogenförmig gewölbt, sondern nähert sich der Form eines Halbkreises. Der Blaue Turm ist das weithin sichtbare höchste Gebäude und Wahrzeichen der Stadt. Den 30jährigen Krieg überstand der Turm, brannte jedoch zweimal aus. Nach dem zweiten Brand erhielt der Turm die heutige Form. Oberhalb des romanischen Teiles befindet sich die Türmerwohnung, die heute noch bewohnt ist. Darüber der massive Umgang mit vier Ecktürmen aus Sandstein, dazwischen den mit Schiefer gedeckten spitzen Helm des Turmdaches. Dieser neue Aufbau ist jedoch viel zu schwer. Um die entstandenen Risse zu beheben ist der Turm auch weiterhin eingerüstet. Das Steinhaus an der Burg galt als Kemenate der Pfalz, hier war die Unterkunft der Königin. Der König selbst wohnte in dem kalten Palas. Auf der Neckarseite der Burg hatte man einen herrlichen Blick ins Tal und die Gegend. Die Pfalzkapelle schloß sich unmittelbar an den Palas an.  Die kaiserliche Familie konnte vom Arkadengang aus durch eine Rundbogentür auf die Empore der Kapelle gelangen. Der Rote Turm war einst der östliche Eckpfeiler der Kaiserpfalz und brannte im 30jährigen Krieg völlig aus. Der Turm in seiner jetzigen Form ist 23 Meter hoch. Die eigentliche Burg erstreckte sich vom Blauen Turm, wegen seinem blauen Schieferdach, über den Roten Turm durch sein rotes Ziegeldach bis zu dem abgerissenen dritten Turm.

Heute ist Bad Wimpfen auch Kurstadt, eine wunderschöne mittelalterliche Stadt mit etwa 35 Fachwerkhäusern und herrlichem Blumenschmuck vor und an den Häusern. Nach der Führung konnte die Freizeit zur Besteigung des Blauen Turms mit 167 Stufen, zu einer Kaffeepause oder für Spaziergänge genutzt werden.

Dann hieß es wieder Abschied nehmen. Wir danken den Organisatoren Herrn Piechulla und Herrn Schuster für diesen schönen Ausflugstag

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