Rückblick

Herbstausflug nach Coburg am 7. Oktober 2017
Zur Landesausstellung „Ritter, Bauern, Lutheraner“

Bei passendem Herbstwetter ging es über die Autobahn nach Coburg. Am Parkplatz der Veste Coburg erhielten wir unsere obligatorischen Brezen. Bei einem kleinen Spaziergang  auf dem Oberen Wall des Mauerrings der Veste hatte man einen wunderbaren Ausblick auf das Coburger Land.

Bis zur Führung hatten wir noch Zeit, den Kurzfilm über die Zeit um 1500 in der Lutherkapelle anzusehen oder im Souvenirladen zu stöbern. In diesem Eingangsbereich waren anhand einer Holzkonstruktion die Ausmaße der Burganlage zu sehen.

An Original-Schauplätzen zeigt die Ausstellung die Zeit um 1500 und berichtet über  Umbruch und Aufbruch dieser Zeit.

Die interessante und lehrreiche Ausstellung begann im ältesten Teil der Veste, in der Steinernen Kemenate und ging über die „Große Hofstube“ zum Lutherzimmer und über den Wehrgang zum Carl-Eduard-Bau und wieder zurück zur Steinernen Kemenate. 

Vor 500 Jahren, am 31. Oktober 1517, schlug Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Ablaßhandel an die Schloßkirche in Wittenberg an.
Mit den Veröffentlichungen der Schriften von Martin Luther begann um 1500 eine neue Zeit. Jahrhundertealte Gewissheiten gerieten ins Wanken. Die Ausstellung zeigte  die  Veränderungen des Lebens auf dem Land und in der Stadt, in den Klöstern und Ritterburgen  und wie sich die Traditionen im wirtschaftlichen, sozialen, politischen und künstlerischen Bereich veränderten.

Mit seinem Landesherrn Kurfürst Johann dem Beständigen kam Luther mit großem Gefolge am 15. April 1530 auf die Veste Coburg. Da er unter Reichsacht stand, verblieb er auf der sicheren Veste und verfolgte von hier aus die Geschehnisse auf dem Reichstag in Augsburg.
Bis zur Rückkehr des Trosses am 1. Oktober verfaßte er neben der Übersetzung der Bibel ins Deutsche, der Auslegung der Bücher des Propheten Jeremia und Ezechiel und zahlreiche Briefe und Liederbücher. Auch übertrug er 13 Fabeln des Äsop ins Frühneuhochdeutsche.

In den einzelnen Räumen wurden kostbare und ungewöhnliche  Kunstwerke von Albrecht Dürer, Lucas Cranach d. Ä. und anderen Meistern gezeigt. Der wertvolle Hedwigsbecher aus Glas aus dem 12. Jh. war genauso beeindruckend wie die Holzfigur Tod mit Löffel (Knochen) auf dem Löwen, der alle ¼ Stunde auf den Löwen schlägt und die Zunge zeigt, die Zinnsachen, das Gemälde von Elisabeth von Thüringen und der handgeschriebene Ablaßbrief mit 2 Siegeln. Es wurden alle gesellschaftlichen Schichten vom Papst bis zum Kaiser, vom armen Bauern bis zum Bettelmönch sowie die Hexenverfolgung und der Bauernkrieg gezeigt. Zum Schluß gab es noch Exponate zum Schmalkaldischen Krieg. Ein Herr ein Glaube, der Fürst bestimmte die Religion.  

Nach dieser interessanten Ausstellung ging es mit dem Bus in die Stadt zum Mittagessen ins Goldene Kreuz. Nachdem wir uns gestärkt hatten, ging es nach kurzer Zeit mit der Stadtführung in zwei Gruppen am Marktplatz los. Das erste verlässliche Datum einer Ansiedlung  Coburgs ist das Jahr 1056 und erfolgte durch die Schenkung der polnischen Königinwitwe Richeza an das Kölner Erzbistum. Nach der Gründung der Stadt von 1272 begann 1353 dann die Herrschaft der Wettiner, die bis 1918 andauerte. In der Mitte des Marktplatzes befindet sich das überlebensgroße Denkmal von 1865. Es erinnert an Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, den Prinzgemahl Queen Victoria von Großbritannien.

Vom steinernen Eckhaus, welches seit etwa 470 Jahren die Hofapotheke beherbergt ging es weiter zum neuen Rathaus mit einem sechseckigen Erker auf einer Säule welches 1414 zum ersten Mal im Stadtbuch erwähnt wurde. Die Marktfassade des Rathauses zeigt nach dem Umbau von 1903 eine Renaissancearchitektur, welche die Flächen unter und zwischen den Fenstern mit Stuckornamenten überzog. Erstmals erhielt die Stadt unter Herzog Johann Casimir den Charakter einer Residenz. Er ließ das Kanzleigebäude als Sitz seiner Regierung  sowie das Zeughaus, das Gymnasium Casimirianum und den Südflügel von Schloß Ehrenburg erbauen und bewohnte selbst das Schloß. Um dem herrlichen Bau des Rathauses  etwas entgegenzusetzen, ließ Herzog Johann Casimir 1597 das reich geschmückte Stadthaus, einst Kanzleigebäude im Stil der Spätrenaissance, auf der Nordseite des Marktplatzes erbauen. Die Mitte wird nur im Dachgeschoß durch einen höheren und breiteren Giebel betont. Bei den seitlichen Giebeln mit den beiden Portalen wurde ein Durchgang für eine kleine Ladenpassage erstellt. Der ehemalige Laubengang wurde bereits im 19. Jh. entfernt. Neben dem Stadthaus befindet sich die Gaststätte „Goldenes Kreuz“, es ist ein schmales dreiachsiges bürgerliches Haus mit einem Dacherker. Beide Häuser haben ein gemeinsames Mansardendach. Weiter ging es zur Mohrenstraße, sie ist eine der Hauptgeschäftsstraßen in der Innenstadt. Benannt ist sie nach dem Coburger Stadtpatron Mauritius in Gestalt des Mohren. Mauritius ist auch der ersten Stadtpfarrkirche geweiht, die St. Moriz-Kirche. Auch die Kanaldeckel tragen das Motiv des Mohren. In der Morizkirche ist das zwölf Meter hohe Alabasterepitaph zu bestaunen. Die Kirche selbst erstrahlt  in einem schönen hellen Gelb.
Hier befindet sich der zweite Teil der Landesausstellung. Das Gymnasium Casimirianum erstand unter Herzog  Casimir als Universität in Konkurrenz zu Jena. Als Universität geplant, entstand zunächst eine Bildungsstätte mit Internat, welches auch mittellose Schüler aufnahm.
Aus Geldmangel zerschlug sich der Plan zum Ausbau einer Universität. Vor dem repräsentativen Stadtschloß Ehrenburg konnten wir den wunderschönen Hofgarten mit seinen Arkaden und dem Herzog-Alfred-Brunnen sehen.

Nach diesem interessanten Tag ging es gegen 18.00 Uhr wieder heimwärts und ein ereignisreicher Tag bleibt in Erinnerung.
Ein herzliches Dankeschön an die Organisatorin Frau Wellhöfer.     

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