Orgel und Streicher - Kirchenmusik in Wöhrd in vergangener Zeit

Sieht man Abbildungen der St. Bartholomäuskirche aus der Zeit vor der Zerstörung im 2. Weltkrieg, überrascht der imposante barocke Orgelprospekt. Auch wenn die dahinter eingebaute Orgel damals erst aus dem Jahr 1886 stammt, war dieser Orgelprospekt ein Denkmal des regen und teilweise recht anspruchsvollen Musiklebens, das die Kirche der Vorstadt Wöhrd im 17. und 18. Jahrhundert geprägt hatte. Unter dem großzügigen Patronat der Patrizierfamilie Tucher, deren ältere Linie in St. Bartholomäus ihre Grablege hatte, hatte sich die Kirche seit der Einstellung des ersten hauptamtlichen Organisten im Jahr 1576 zu einem der kirchenmusikalischen Zentren Nürnbergs entwickelt.01-01-01 Orgel-Foto-1
So wurde nicht nur an hohen Feiertagen der Gottesdienst musikalisch untermalt. Ab dem Jahre 1594 fanden zweimal jährlich Kirchenkonzerte an den Kirchweihen statt, die bis heute im jährlichen Kirchweihkonzert fortleben. Auch die Nürnberger Meistersinger sangen seit dem Ende des 16. Jahrhunderts an Trinitatis in der Wöhrder Kirche. Eine Tradition die erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts endete. Ein weiteres (kleineres) Konzert fand traditionell zur Wahl des Wöhrder Rates statt. Mit der von der Familie Tucher im Jahre 1701/02 gestifteten neuen und für die damalige Zeit hochmodernen Orgel, wurde St. Bartholomäus auch ein Anziehungspunkt für junge und begabte Organisten. So war der erste Organist nach Anschaffung der neuen Orgel Wilhelm Hieronymus Pachelbel (1686 – 1765), der Sohn des berühmten Komponisten Johann Pachelbel und später dessen Nachfolger als Organist in der Nürnberger Hauptkirche St. Sebald. Nachdem Pachelbel ab 1706 an St. Jakob gewechselt hatte, folgte ihn ab 1709 der in Nürnberg geborene und in Venedig und Wien ausgebildete Johann Jacob de Neufville (1684 – 1712).
Neben diesen in ihrer Zeit durchaus bekannten Berufsmusikern waren an St. Bartholomäus auch noch ein 30-köpfiger Chor und ein kleines Orchester tätig. So wird im Jahr 1732 sogar ein Cembalo erwähnt und noch zu Beginn des 19.Jahrhunderts war ein größerer Instrumentenbestand vorhanden, der dann aber zum Teil verkauft, zum Teil verschenkt wurde. Damals war die große Zeit der Wöhrder Kirchenmusik – zumindest vorerst – vorbei. Im Rahmen eines Konzertes wollen wir sie in Zusammenarbeit mit der Musikhochschule Nürnberg in diesem Jahr wieder aufleben lassen. Seien Sie gespannt!

Wer mehr wissen will:

 „Die Kirchenmusik“ in Wilhelm Schwemmer, Pfarrei Nürnberg-Wöhrd, 1956 und die Beiträge zu Wilhelm Hieronymus Pachelbel und Johann Jacob de Neufville auf
www.wikipedia.de

Orgel und Streicher

 

 

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