Eine lange Ära ging zu Ende DLRG und Wasserwacht schließen
gemeinsame Wachstation am Wöhrder See

Wolfram Gäbisch von der DLRG blickt etwas wehmütig zurück
Selbst von Vereinsinsidern relativ unbemerkt ging vor ein paar Monaten eine lange Ära zu Ende. Der DLRG-Kreisverband Nürnberg-Roth-Schwabach räumte am 14. Juni 2010 die seit 1980 gemeinsam mit der BRK-Wasserwacht betriebene Wachstation am
Wöhrder See.
Die im Erdgeschoss des sogenannten Sparkassenbaus des Pflegezentrums Sebastianspital – die Nürnberger sagen immer noch „Wastl“ dazu – gelegene Station bestand aus dem gemeinsamen Wachraum (mit Dusche, WC und Bettenraum), darüber hinaus verfügte jede Organisation für sich noch über einen separaten Garagenraum zur Einstellung der Boote. Bereits seit längerer Zeit finden im Sparkassenbau umfassende Renovierungsarbeiten statt. Dabei stellte sich heraus, dass Bedarf für zusätzliche Technikräume besteht. Die Leitung des städtischen Eigenbetriebs NürnbergStift fragte deshalb bei beiden Organisationen nach, ob es möglich wäre, die Wachstation zu verkleinern, um die technischen Anlagen unterzubringen.

Wasserwacht und DLRG waren sich jedoch schnell einig, die Station ganz aufgeben zu wollen. Dafür sprachen insbesondere folgende Gründe: Im Vergleich zu den 1980 er Jahren wird heute auf dem Wöhrder See so gut wie kein Wassersport mehr betrieben.
Diese Aktivitäten haben sich längst an die Fränkische Seenplatte verlagert. Fakt ist mit Unkraut (Algen etc.) zu, was die Attraktivität als Naherholungsgebiet erheblich beeinträchtigt. Damit entfällt auch die Notwendigkeit eines durchgängigen, geregelten Wachdienstes. Für unseren Kreisverband war es seit Bezug des DLRG-Zentrums in der Erlenstraße zudem nicht mehr erforderlich, eine zusätzliche Bootsgarage vorzuhalten.
Bei Nürnberg Stift war man selbstverständlich erleichtert, dass die beiden Wasserrettungsorganisationen sich so kooperativ zeigten. Ein bisschen Wehmut war natürlich schon dabei, als die Schlüssel für die Wachstation nach 30 Jahren an den Hauseigentümer zurückgegeben wurden. War doch gerade diese Wachstation am damals neu entstandenen Wöhrder See das sichtbarste Zeichen der 1978 schriftlich vereinbarten Zusammenarbeit zwischen Wasserwacht und DLRG in Nürnberg, mit der fortan auch die alten Spannungen abgebaut werden sollten. Der Wachplan für die Station sah vor, dass sich während der Saison beide Organisationen alle zwei Wochen im Wachdienst abwechselten. Nicht zuletzt durch dieses gemeinsame Projekt entwickelte sich über Jahre hinweg das heute schon fast als selbstverständlich empfundene, von gegenseitigem Vertrauen geprägte gute Verhältnis von Wasserwacht und DLRG in Nürnberg.

Seinen Höhepunkt hatte der Wachdienst am Wöhrder See immer bei den alljährlich im Juli stattfindenden Wöhrder-See-Festen, die es bis 1989 gab. Fester Programmbestandteil waren dabei die gemeinsamen Wasserrettungsvorführungen der beiden Organisationen vor zahlreichem Publikum. Besser hätte man die funktionierende Zusammenarbeit nicht demonstrieren können. Rettungsschwimmer, Bootsführer und Rettungstaucher von Wasserwacht und DLRG zeigten eindrucksvoll ihr Können und abends wurde gemeinsam gegrillt. Für viele war der Wöhrder See der Beginn einer langjährigen
„Wachdienst-Karriere“.
Die Baustelle im „Wastl“ ist noch in vollem Gange. Noch kleben die Embleme von Wasserwacht und DLRG einträchtig nebeneinander an den Fensterscheiben der geschlossenen Wachstation. Jeden Morgen radle ich auf dem Weg in die Arbeit daran vorbei und krame in meinen Erinnerungen.
(Übernommen mit freundlicher Genehmigung des DLRG-Kreisverbandes
 Nürnberg-Roth-Schwabach e.V. aus

 „NEUES) VON DER DLRG“, Ausgabe Oktober 2010
Wasserwacht und DLRG zeigen bei einer Rettungsvorführung auf dem Wöhrder See gemeinsam ihr Können (1980er Jahre) Der früher auf dem Wöhrder See rege betriebene Wassersport erforderte einen geregelten Wachdienst, den Wasserwacht und DLRG gemeinsam versahen.Wöhrder-See-Fest 1988: Der damalige
Oberbürgermeister Dr. Peter Schönlein am Ruder des DLRG-Rettungsbootes
„Ernst Rauhe“

Rettungsvorführung beim Wöhrder-See-Fest 1989
Sichtbares Zeichen einer gut funktionierenden Zusammenarbeit: Embleme von DLRG und Wasserwacht an der nun aufgegebenen Wachstation am Wöhrder See

Foto  u. Text Wolfram Gäbisch, DLRG

 

Wasserwacht DLRG

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DLRG-Zentrum Erlenstr. 30

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Dr. Peter Schönlein am Ruder

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