Dürer als Vorbild – Das Löffelholz-Epitaph in der Bartholomäuskirche

Die Titelseite unserer Mitteilungen zeigt in dieses Mal ein Kunstwerk aus unserem Stadtteil, das selbst Wöhrderinnen und Wöhrdern, die schon lange hier leben, nicht auf dem ersten Blick bekannt sein dürfte: das Epitaph des Wolfgang Löffelholz aus dem Jahre 1519. Zusammen mit einem zweiten Totengedächnisbild für den 1514 verstorbenen Georg Löffelholz, den Bruder Wolfgangs, hängen beide Bilder in ziemlicher Höhe auf der von Kirchenschiff aus gesehen rechten Seite des Chors der Bartholomäuskirche.

Vor allem das für Wolfgang entstandene Bild ist einen näheren Blick wert. Es zeigt den sog. Gnadenstuhl“: Gott Vater der – umgeben von Engeln – seinen für die Sünde der Menschen gestorbenen Sohn Jesus Christus den Gläubigen zeigt. Vorbild der Darstellung war Albrecht Dürers Holzschnitt „Die Heilige Dreifaltigkeit“ aus dem Jahre 1511. Der Maler, der wohl aus dem Umfeld Dürers stammt, wiederholt viele Details der Vorlage seines Meisters, wandelt das Bild aber in zwei wesentlichen Punkten ab. Anders als auf der Vorlage ist auf dem Wöhrder Bild Christus wach, während die Engel schweigen. Ein Unterschied, der die aktivere Rolle Christi in dem dargestellten Geschehen betont. Im unteren Bereich zeigt das Bild die Stifter, Wolfgang Löffelholz von Colmberg, seine erste Frau Margarethe Stromer, seine zweite Frau Dorothea Sachs sowie insgesamt fünf Söhne und eine Tochter.

Das Löffeholz-Epitaph ist – so die Kunsthistorikerin Julia Feldtkeller -die einzige Gemäldefassung des Holzschnitts aus dem frühen Dürerumkreis. Nach ihrer Ansicht ist es denkbar, dass Dürer den Auftrag für das Bild nach Absprache des Motivs an einen Mitarbeiter oder unabhängigen Maler weitergab. Ihrer Ansicht nach ist dies wahrscheinlicher, als dass in Nürnberg 1519 oder danach der Gnadenstuhl wiederholt wurde, ohne dass Dürer damit zu tun gehabt hätte. Entstanden ist das Bild für – 1806 abgerissene – Augustiner-Kirche St. Veit. Diese stand an der Stelle des heutigen Parkhauses Hauptmarkt. Den schönen Renaissance-Rahmen erhielt es gemeinsam mit seinem Pendant, das die Steinigung des Hl. Stephanus zeigt, im Jahre 1564 – wohl für die Überführung in die damals wiederaufgebaute Bartholomäuskirche. Bereits in einem ersten Kirchenführer aus dem Jahre 1801 werden beide Bilder an der heutigen Stelle erwähnt. Während das Epitaph Wolfgangs bei einer Restaurierung im Jahre 1710 weitgehend übermalt wurde, haben wir beim Gnadenstuhl noch weitgehend das originale Werk aus der Dürerzeit vor uns. Schön wäre eine Reinigung des Bildes. Vielleicht würde sich ja dann auch das Geheimnis lösen lassen, wer sein Urheber ist.

Lffelholz-Epitaph

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