Badeanstalten

Städtische Angelegenheiten -  Badeanstalten Wöhrder Wiese.

Die Badeanstalten auf der Wöhrder Wiese sind eröffnet worden. Sie sind nicht nur, wie bekannt, auf die rechte Flußseite verlegt, sondern auch verschönert und erweitert
worden. Die Dächer sind hübsch rot und die Wände gelblich gestrichen worden. Vom Prinzregenten-Ufer führen jetzt zwei Treppen hinunter, eine zum Freibade, die andere zu einer zwischen dem Freibade und Männerbade die Pegnitz überquerenden Brücke, die dem allgemeinen Verkehre geöffnet ist und schon lange gewünscht worden ist. Die Brücke ist auf beiden Seiten mit Bretterwänden eingefaßt, sodaß die die Brücke Überschreitenden nichts von den Badenden sehen. Die Zellenzahl des Männerbades ist von 36 auf 62 vermehrt worden, so daß jetzt an stark besuchten Tagen genügend Platz vorhanden sein wird.
Die o f f e n e Auskleidehalle ist jetzt vollständig von den Zellen getrennt und liegt auf der anderen Flußseite, von der Wöhrder Wiese durch eine Bretterwand getrennt. Wer von der offenen Halle aus ins Wasser will, muß daher auf der eben genannten Brücke , d. h. auf der einen durch Bretterwände abgeteilten Seite der Brücke über die Pegnitz hinüber und dort vor den Zellen ins Wasser steigen, ein allerdings etwas umständlicher Weg. Das Militärschwimmbad ist ganz von der Wöhrder Wiese wegverlegt worden, das Freibad dagegen belassen und ebenfalls vergrößert worden. Selbst von den obersten Stockwerken der Häuser am Prinzregentenufer kann jetzt nichts mehr von den Badenden gesehen werden. Abgesehen davon, daß nun den dortigen Anwohnern und Spaziergängern dieser nicht immer schöne Anblick entzogen ist, dürfte dort jetzt auch der Lärm weniger störend empfunden werden, da ja nun die Badeanstalten sozusagen gegen die Wöhrder Wiese und nicht mehr gegen das Prinzregentenufer zu gerichtet sind. Man kann über diese Badeanstalten denken wie man will, ob sie noch dorthin gehören oder nicht, jedenfalls waren und sind sie eine Stätte der Erholung und Erfrischung für Viele.
Der leidige Streit ist nun wohl entschieden, und daß die Stadt nicht noch weiter nach geben will, zeigt schon die bedeutende Vergrößerung und Verschönerung der Badeanstalten, die zusammen mit den neuen bequemen Zugängen vom Prinzregentenufer den Bädern wohl auch neue Freunde
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2 zuführen wird. Nötig ist natürlich eine Bepflanzung des linken Pegnitzufer an den Stellen, wo früher die Badeanstalten gestanden haben, und die jetzt recht kahl aussehen. Gewünscht wird auch seit vielen Jahren die Errichtung eines
F r a u e n bades an der Pegnitz, die ja jetzt nach Entfernung der Militärschwimmschule leicht möglich erscheint. Der schwimmkundigen Damenwelt, die ja nicht wenige Vertreterinnen in Nürnberg zählt, stehen - im Gegensatze zu Fürth nur die gedeckten Badeanstalten in der Stadt und das im heißen Sommer oft zu warme, also nicht mehr recht erfrischende, und auch nicht immer sehr saubere Dutzendteichbad - das allerdings auch aufs Doppelte vergrößert worden ist - zur Verfügung. Zum Schlusse soll anerkannt, daß die Errichtung der Badeanstalten ganz gut von statten ging, ohne daß einer der schönen alten Weidenbäume gefällt werden mußte, wie zuerst wieder verlangt worden war.
Quelle: Nürnberger Stadtzeitung 1911 In der Fundgrube entdeckt von
Wolfram Gäbisch, DLRG
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